„Ein revolutionäres Konzept“
NEC Infrontia entwickelte Mobile Extension mit einem drehbaren Two-In-One-Port
Kaarst, Juli 2008. Zum ersten mal seit Stunden löst Oliver Kroth den Blick von seinem Bildschirm. Eine Woche intensiver Vorbereitung mit wenig Schlaf und viel Kaffee – urplötzlich vergessen. Kroth greift zum Telefonhörer und drückt energisch eine der Kurzwahltasten, um seinen Co-Entwickler in England zu informieren. "Der Test ist positiv verlaufen, der Two-In-One-Port funktioniert. Ein echter Durchbruch", begrüßt Kroth seinen Gesprächspartner. "Wir haben ein revolutionäres Konzept für unsere Mobile Extension-Lösung".
Oliver Kroth ist Technical Manager bei NEC Infrontia in Kaarst. Es ist seine Aufgabe, die Anforderungen des europäischen Marktes zu analysieren und umzusetzen. Dazu führt er ständig intensive Gespräche mit Kollegen, Fachhändlern und Kunden.
Als der Ruf nach einer Mobile Extension-Lösung von NEC laut wird, zögert Kroth keine Sekunde und beginnt sofort mit der Planung. Dabei geistert dem 42-Jährigen eine ungewöhnliche Idee im Kopf herum: „Üblicherweise benötigt jede definierte Mobile Extension zwei Ports; einen für die Verbindung zum Master-Telefon, den anderen für die Verbindung zum Gesprächspartner. Dabei müssen die Informationen von einem Port zum anderen übertragen werden.
Das Konzept hat aber einige Nachteile: Das Managen dieser Ports ist kompliziert, weil sie als Einheit betrachtet werden müssen. Außerdem ist das Telefonsystem schneller ausgelastet, wenn ich für jede Mobile Extension zwei Ports benötige. Deshalb kam mir die Idee, einen drehbaren Two-In-One-Port zu entwickeln“, erläutert Kroth. „Dieser präsentiert im System einen Port mit zwei Seiten – kommt beispielsweise ein externer Anruf, stellt der Port fest, ob die Anrufernummer zum Master gehört. Wenn nicht, dreht er sich und stellt die Verbindung zu ihm her.“ Aus der ursprünglichen Aktion – dem Anruf – entsteht also eine zweite Aktion, ohne dass ein zusätzlicher Port benötigt wird. Der Vorteil: Die benötigte Anzahl an Ports wird halbiert – nicht nur für größere Firmen mit vielen Mitarbeitern ein entscheidender Aspekt.
Die Erfolgschancen für die Realisierung des Two-In-One-Ports schätzen einige der Kollegen anfangs eher gering ein. Kroth bleibt jedoch zuversichtlich und beginnt an dem Projekt zu tüfteln. Schon einige Tage später ist es soweit, ein finaler Test bringt die Erkenntnis: „Der Two-In-One-Port reagierte so, wie ich es mir gewünscht hatte, das war natürlich ein sehr schöner Moment“, erinnert sich Kroth. „Spätestens da wusste ich, dass das Konzept Sinn macht und wir auf dem richtigen Weg sind.“
Motiviert bis in die Haarspitzen treibt Kroth die Entwicklung der Mobile Extension voran. Nach nur zwei Monaten schickt er die fertige Lösung zur Unternehmenszentrale nach Japan. Dort unterziehen die Ingenieure sie noch intensiven Qualitätstests, bevor sie in Deutschland auf den Markt kommt.
Mittlerweile setzt NEC die Mobile Extension weltweit ein. Kroth bezeichnet die Lösung liebevoll als sein Masterpiece. „Dank des Two-In-One-Ports läuft unsere Mobile Extension-Lösung extrem stabil und ist vielseitig einsetzbar. Mobil-Telefone verwandeln sich in virtuelle Nebenstellen des Telefonsystems, Außendienst-Mitarbeiter nutzen via Handy oder im Home-Office nahezu alle Funktionen und Dienste des Telefonsystems – und selbst anspruchsvolle ACD- und Gruppen-Features lassen sich nutzen.“





